Samstag,
16. Mai
2026,
Germeringer Zeitung
Lukas Bärfuss schildert in „Königin der Nacht“ das schwierige Verhältnis zu seiner Mutter
Knallhartes aus der Familie
Lukas Bärfuss (Jahrgang 1971), einer der wichtigsten Autoren der Schweiz und eine der eindrücklichsten Stimmen im deutschsprachigen Raum, legt mit seinem neuen Werk keinen Roman wie zuletzt „Die Krume Brot“ vor. „Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter“ entzieht sich auch dem aktuellen Trend zum Autofiktionalen. Es deutet diese Richtung zwar an, wendet sich indes hin zu Biografien und Memoiren, um dann auf eine Analyse der Schweizer, ja unser aller Gesellschaftssysteme einzuschwenken. Mit Pamina und „Zauberflöte“-Tamino hat jene Frau nichts zu tun, nicht mit der Macht von Mozarts Königin, höchstens mit deren Härte: „Nein, sie wollte keine Mutter sein, kein Müeti, keine Hausfrau. Eine Königin wollte sie sein, eine Königin der Nacht, sich niemals beschweren, nichts erklären, ein...
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